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IG Metall @ Hewlett-Packard

Informationen der IG Metall für Beschäftigte bei Hewlett-Packard



Strategische Fehler bei HP

IG Metall - Branche ITK-Industrie

13.07.2012 Hewlett Packard will weltweit 27 000 Arbeitsplätze abbauen. Unklar ist noch, wie viele Stellen davon in Deutschland betroffen sein werden. Der Abbau ist Folge strategischer Verfehlungen.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.

Die Aussage trifft auch auf HP zu. "Der IT-Konzern hat es lange versäumt, mit einer klaren Strategie anzutreten", sagt Johannes Katzan, HP-Unternehmensbetreuer der IG Metall. Immer mehr Kunden greifen zum Smartphone oder Tablet-Computer und sparen sich den PC. Das bekommt HP inzwischen deutlich zu spüren: Allein im letzten Geschäftsjahr ging der Gewinn um fast ein Fünftel, im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs sogar um 31 Prozent zurück. Dabei beläuft sich der Gewinn aber immer noch auf 7,1 Milliarden Dollar. Auch in der Druckersparte ging der Umsatz bei HP um zehn Prozent zurück. Zudem ist das IT-Dienstleistungsgeschäft stark schwankend.

Fehlentscheidungen im Management

Es sind vor allem Querelen und Fehlentscheidungen im Management, die diesem Einbruch zugrunde liegen. So etwa hatte der frühere HP-Chef Léo Apotheker die Abspaltung der PC-Sparte betrieben. Dieser Beschluss wurde inzwischen zurückgenommen. Die neue, seit September 2011 amtierende HP-Chefin Meg Whitman hat dafür gesorgt, dass PC- und Druckerbereich zusammengelegt werden. Mit einer neuen Struktur des Konzerns will sie HP nun wieder nach vorne bringen. Ihr kommt es darauf an, den Computerriesen noch straffer zu führen, um ihn profitabler zu machen. Dafür sollen trotz des nach wie vor immensen Gewinns kurzerhand weltweit 27 000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren. Bis 2014 will HP jeden zwölften Mitarbeiter entlassen, um auf diese Weise 3 bis 3,5 Milliarden Dollar (das sind rund 2,4 bis 2,8 Milliarden Euro) pro Jahr einzusparen.

Den weltweiten Abbau-Schlüssel zugrunde gelegt, könnten in Deutschland von den 10 400 Arbeitsplätzen etwa 1000 von den Abbauplänen betroffen sein, befürchtet die IG Metall. Sie fordert von HP ein Konzept zur Beschäftigungssicherung und Qualifizierung. "Kunden und Beschäftigte brauchen Klarheit über die Strategie von HP", sagt Johannes Katzan. "Es geht darum, den Konzern nachhaltig und zukunftsfähig weiterzuentwickeln."

Strukturelle Ausrichtung angehen

Seit Jahren wird bei Hewlett Packard heftig über eine Neuausrichtung des Konzerns debattiert. Über lange Zeit stand im Mittelpunkt, das Geschäft in der "alten Computerwelt" zu perfektionieren. Das heißt: Computer verkaufen, durch Zusatzgeräte wie Drucker ergänzen, guten Service bieten, um Kunden zu binden und IT-Dienstleistungen für Unternehmen anzubieten. Die Welt der Smartphones und Apps blieb dabei weitgehend außen vor. Nach den Eskapaden von Léo Apotheker will HP nun wieder den Anschluss an die "neue Welt" finden und IT-Dienste aller Art aus Großrechenzentren im Netz bereitstellen. Auch die IT-Sicherheit soll zum Schwerpunkt werden.

Der Artikel entstammt dem IT Magazin 02/2012 der IG Metall.

Letzte Änderung: 13.07.2012


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