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IT-Ausbildung optimal nutzen

Andrea Baukrowitz

11.06.2014 ... nachgefragt bei Andrea Baukrowitz, Wissenschaftlerin und Expertin für den Wandel von Arbeit und Qualifikation in der ITK-Branche.

In vielen Branchen werden eine zunehmende Akademisierung und ein Rückgang der Ausbildungszahlen beklagt. Wie sieht das im ITK-Sektor aus?

Andrea Baukrowitz: Der ITK-Sektor gilt als hochqualifiziert und damit als Arbeitsfeld von Akademikern. Tatsächlich aber arbeiten mehr Beschäftigte mit Berufsausbildung in einem IT-Beruf als mit Hochschulabschluss - und sehr viele Quereinsteiger. Der IT-Bereich zeigt deshalb vor allem: Hochqualifiziert ist nicht gleichzusetzen mit akademisch. Denn hier führen viele Wege in hochqualifizierte Tätigkeitsfelder - mit unterschiedlicher Ausbildung, beruflicher Erfahrung und Weiterbildung.

Wie steht es mit der IT-Ausbildung?
Andrea Baukrowitz: Es wird erfolgreich und auf konstant hohem Niveau in den neuen IT-Berufen ausgebildet. Aber die Potentiale dieser Berufe werden für die Fachkräfteentwicklung im IT-Bereich nicht voll entfaltet. Es muss daher darum gehen, den Beitrag der dualen IT-Ausbildung in der ITK-Branche besser zu erkennen und auszubauen, um den aktuellen Umbruch gut zu bewältigen.

Worin zeigt sich dieser Umbruch?
Andrea Baukrowitz: Die ITK-Branche entwickelt sich in den letzten Jahren zunehmend zu einer globalen Branche. Da geht es nicht mehr um einfachen Export, sondern um globale Geschäftsmodelle und Arbeitsprozesse. Dieser Umbruch hat tief greifende Auswirkungen auf Arbeit und Qualifikation. Zum einen erweist sich das Arbeiten in globalen Bezügen als Triebfeder eines umfassenden Wandels der Qualifikationsanforderungen, der in der Ausbildung und im Arbeitsalltag bewältigt werden muss. Zum anderen drängt die Globalisierung
alle Beschäftigte zu mehr beruflicher Flexibilität und Veränderung. Hier sehe ich für Beschäftigte mit Berufsabschluss (und für Quereinsteiger)
ein großes Risiko, auf der Strecke zu bleiben, wenn es in den Unternehmen
an Weiterbildung und beruflichen Entwicklungsperspektiven mangelt.

Was ist zu tun?
Andrea Baukrowitz: Es ist wichtig, sich die Ausbildung jetzt noch einmal anzuschauen und konzeptionell auf eine globale Arbeitswelt einzustellen - auch mit Blick auf die Ausgestaltung der Lernfelder an den Berufsschulen. Aber auch die betriebliche Weiterbildung ist ein zentraler Faktor. Für die beruflichen Perspektiven von Fachinformatikern und anderen Absolventen einer IT-Ausbildung sowie von Quereinsteigern ist eine systematische und zertifizierte Weiterbildung das A und O. Es gibt zwar ein innovatives IT-Weiterbildungssystem, an dem die IG Metall maßgeblich mitgewirkt hat. Doch in den Betrieben findet eine systematische Weiterbildung zu wenig statt. Hier sehe ich einen zentralen Erfolgsfaktor für Unternehmen und Beschäftigte, die duale IT-Ausbildung optimal zu nutzen. Dafür müsste das Thema "Qualifizierung" wieder verstärkt auf die betriebliche Tagesordnung gesetzt und vorangetrieben werden - auch durch Betriebsräte.

Letzte Änderung: 06.06.2014


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