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IG Metall @ Hewlett-Packard

Informationen der IG Metall für Beschäftigte bei Hewlett-Packard



Sorge um Flexibilität für Belegschaft

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03.11.2014 Während sich die ITK-Branche auf eine Industrie 4.0 vorbereitet, Innovationen vorantreibt und neue Flexibilität erprobt, um näher am Kunden und den Beschäftigten zu sein, rudert HP zurück.

Anstelle von mehr Flexibilität in der Arbeit soll es künftig wieder starrere Arbeitszeiten geben. Das nutzt weder dem Konzern noch den Beschäftigten.

Nach außen hin gibt sich HP gerne innovativ. Das Unternehmen betont auf Veranstaltungen - wie etwa Ende Juli auf einem Business-Brunch in Stuttgart - seine moderne Führungs- und Unternehmenskultur und verweist auf vielfältige flexible Arbeitsmodelle: Swingtime, Home Office, Übergangsmodelle in den Ruhestand - alles Optionen, die den Beschäftigten offen stünden. In Wirklichkeit probt das Unternehmen jedoch die Rolle rückwärts.

Seitdem HP-Chefin Meg Whitman im Oktober 2013 die Direktive "zurück ins Büro" ausgegeben hat, beordern Vorgesetzte rund um den Globus ihre Teams wieder an fünf Tagen pro Woche ins Büro. Weltweit möchte sie sogar, dass alle Beschäftigten an jedem Arbeitstag "mindestens von neun bis 17 Uhr" an ihrem Arbeitsplatz sind. Insbesondere das Teleworking soll drastisch eingeschränkt werden und das Arbeiten im Home Office nur noch unter strengeren Voraussetzungen möglich sein.

"Hier spielt sich das genaue Gegenteil von moderner Führungskultur ab: Es wird einfach durchregiert. Viele Leute bei uns sind sauer", berichtet Thomas Windgassen, HP-Betriebsrat in Böblingen. "Die bisher erreichte Flexibilität, die für viele Beschäftigte ein echtes Plus ist, soll jetzt plötzlich einseitig aufgekündigt werden. Das ist blinder Aktionismus und nutzt auch dem Unternehmen in keiner Weise."

BETRIEBSRAT BEFÜRCHTET MEHRARBEIT
Viele Beschäftigte arbeiten bei HP über die ganze Welt verteilt in virtuellen Teams zusammen. Aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen müssen sie teilweise schon sehr früh morgens und oft noch spät abends Aufgaben erledigen oder zumindest erreichbar sein. Das führte schon bisher oft zu Problemen, weil viele Beschäftigte weitaus länger arbeiten als arbeitsvertraglich vereinbart. Hinzu kommt: Da bei HP Vertrauensarbeitszeit gilt, werden die realen Arbeitszeiten nicht erfasst. Dadurch besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter ihre Überstunden nicht vollständig dokumentieren und folglich nicht bezahlt bekommen. "Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Telearbeit und Home Office ließ sich das noch einigermaßen ausgleichen. Wenn dies alles aber nun wegfällt oder stark begrenzt und eine Präsenzpflicht eingeführt wird", so Betriebsrat Windgassen, "wird die Arbeitszeit in vielen Fällen noch weiter ansteigen."

Dabei bedeutet Präsenz am Arbeitsplatz noch längst nicht hohe Produktivität. Das belegen mittlerweile viele wissenschaftliche Studien. Und wie sehr regelmäßige Mehrarbeit oder ständige Erreichbarkeit den Gesundheitsverschleiß begünstigt, ist ebenfalls vielfach nachgewiesen. "Wir wollen dies in den kommenden Wochen verstärkt mit der Belegschaft diskutieren und sie für diese Themen sensibilisieren. Es kann doch nicht sein, dass HP auf der einen Seite dabei ist, immer weiter Personal abzubauen - und auf der anderen Seite die verbleibenden Beschäftigten zu erhöhter Arbeitslast und ständiger Mehrarbeit zwingt!"

Thomas Windgassen hofft darauf, dass auch bei HP in absehbarer Zeit ein Tarifvertrag vereinbart werden kann, der gute Arbeit, faire Bezahlung und sichere Beschäftigung gewährleistet.

Letzte Änderung: 03.11.2014


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