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IG Metall @ Hewlett-Packard

Informationen der IG Metall für Beschäftigte bei Hewlett-Packard



Industrialisierung der IT

Vertrauensleute bei HP

19.04.2015 Die IT-Branche wird zunehmend "industrialisiert", indem Prozesse in kleine Einheiten zerlegt werden und verlagert wird, wo es nur geht. Dies hat massive Auswirkungen auf uns IT-Beschäftigte.

Account Executive, Account Delivery Executive, Account Delivery Manager, Solution Architect, Client Capability Lead, Delivery Lead, Implementation Lead, Change Manager, Problem Manager ...

Die Liste ließe sich noch unendlich weit fortsetzen. Dabei spiegelt sie unsere Lebenswirklichkeit bei HP wieder. Die vorhandene Arbeit, die einstmals von kleinen schlagkräftigen Teams geleistet wurde, wird aufgesplittet in kleine Häppchen und einzelnen, definierten Rollen zugordnet. An den Schnittstellen zwischen den einzelnen Rollen lässt man es jedoch gerne etwas unscharf. Dennoch stellen wir in unserer täglichen Arbeit fest, dass bei der Vielzahl der Schnittstellen einiges untergeht und dass der Koordinierungsaufwand für ein solches Setup immens steigt.

Auf alle Fälle steckt hinter dieser Organisationsweise ein branchenweites Prinzip, nämlich das der Industrialisierung von Informationstechnologie. Jeder soll in einem Gesamtablauf zwei, drei Handgriffe nach fest beschriebenen Prozessen ausführen, woraus sich ein Ganzes ergeben soll, welches die Gesamtaufgabe zur Zufriedenheit des Kunden löst. Viele von uns haben schmerzlich erfahren müssen, dass man in der IT - insbesondere dort, wo es um Delivery geht - nicht mehr der anerkannte Spezialist ist, der dafür Sorge trägt, dass ein Service für den Kunden erbracht wird und funktioniert, sondern ein kleines Rädchen in einem großen, weltweit verteilten Getriebe.

Darüber hinaus müssen wir uns tagtäglich damit auseinandersetzen, dass - gerade aufgrund der zunehmenden Industrialiserung der IT - Teilaufgaben aus unserer bisherigen Tätigkeit herausgranuliert und ins billige Ausland verlagert werden. Leider spüren wir von den Einsparpotentialen, die man sich von der Verlagerung erhofft, gar nichts, da der Koordinierungsaufwand, den man neu hat, weitaus größer ist als die eingesparte Zeit durch die verlagerte Tätigkeit.

Was aber in jedem Falle bleibt, ist die Sorge, wie lange der eigene Arbeitsplatz noch in Deutschland gehalten werden kann.

Wie kann man nun als Einzelner mit dieser Tatsache umgehen?

Man kann sich lethargisch seinem Schicksal ergeben, denn die Kollegen rechts und links von einem trifft es ja genauso.
Man kann aber auch das erkennen, was man eigentlich ist: eine abhängig beschäftigte und austauschbare Arbeitskraft, die aus Unternehmersicht in erster Linie als Kostenfaktor angesehen wird. Kreativität und Gestaltungsspielraum
sind gar nicht mehr gewünscht. Diese Entwicklung haben viele Berufsgruppen in der Historie schon durchlebt - und haben sich solidarisiert. Sie haben sich über Unternehmensgrenzen hinweg zusammengeschlossen, um gemeinsam Ihre Situation zu verbessern. Das dreht zwar das Rad der Entwicklung meist nicht zurück, aber es hilft ganz entscheidend, Spielregeln für neue Entwicklungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu vereinbaren und aktiv zu gestalten.

Ihr habt es in der Hand, wie Ihr reagieren wollt

Ihr könnt Euch von den Entwicklungen bei HP und in der ganzen Branche treiben lassen, oder Ihr könnt Euch mit uns gemeinsam der Herausforderung stellen, die Entwicklung durch vernünftige vertragliche Regelungen gestalten zu wollen. Ein Einzelner wird hier für sich nichts bewegen können, da die Industrialisierung der Informationstechnologie nicht nur einen einzelnen, sondern uns alle trifft.

Wir Vertrauensleute bei HP haben uns bewusst aus diesem Grund in der IG Metall organisiert.

Mach auch Du mit!

(Dieser Text ist erstmalig im Infoblatt 2/2015 der Vertrauensleute Bad Homburg erschienen. Wir danken für die freundliche Genehmigung zum Abdruck.)

Letzte Änderung: 19.04.2015


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IG Metall Vorstand | Wilhelm-Leuschner-Straße 79 | D-60329 Frankfurt
Telefon: +49 (69) 6693-2857 | | Web: www.hp.igm.de

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