Springe direkt zu: Seiteninhalt, Hauptmenü, Bereichsnavigation

IG Metall @ Hewlett-Packard

Informationen der IG Metall für Beschäftigte bei Hewlett-Packard



Zur Problematik von Verlagerungen

Vertrauensleute bei HP

03.05.2015 Immer soll alles irgendwie "billiger" werden. Bei Privatpersonen wie Firmen scheint dieser Wunsch allgegenwärtig zu sein. Doch was bedeutet das für die Qualität des angebotenen Produktes?

Ausgangspunkt für die in diesem Artikel zum Ausdruck kommenden Überlegungen ist das in Deutschland scheinbar omnipräsente Verlangen, alles immer noch günstiger bekommen zu wollen. Wo sonst verzichten die Menschen so freiwillig auf Qualität bei der Ernährung, nur damit das tägliche Fleisch möglichst preiswert zu haben ist? In welchem anderen Land wäre ein Werbespruch wie "Geiz ist geil!" sonst noch denkbar...?

Ein anderer Aspekt ist der "Geld-saugt-Geld"-Effekt: Menschen, die Geld übrig haben, legen es an, damit noch mehr daraus wird. Dies geschieht weltweit in den verschiedensten Formen. Zum Beispiel, indem man Geld in Aktiengesellschaften steckt und Druck auf diese ausübt, immer höhere Gewinne zu erwirtschaften. Dadurch entsteht ein Selbstverständnis der wirtschaftlichen Verantwortung, das sich nicht mehr mit dem deckt, welches z.B. in der hessischen Landesverfassung festgeschrieben steht. Wen kümmert in der globalen Welt schon Hessen? Die großen Unternehmen sind nicht mehr der wirtschaftlichen Blüte der Regionen und ihrer Bewohner verpflichtet (was für alle gesund wäre), sondern nur noch den "Shareholdern", also den Aktionären. Die Konsequenz daraus ist die gleiche wie bei der "Geiz ist geil!"-Mentalität.

Der Druck auf Hersteller und Dienstleister wird dabei so hoch, dass nach immer günstigeren Herstellungs- bzw. Erbringungsmöglichkeiten gesucht werden muss. Als größter Kostenpunkt (-faktor) stellt sich alsbald die Ressource "Mensch" heraus. Welches Einsparpotential kann hier gefunden werden? Standardisierung und Ersetzen durch Maschinen sind die ersten Schritte. Nachdem diese mittlerweile relativ ausgeschöpft sind, folgt der nächste: Verlagerung der Arbeit in Billiglohnländer. Dies ist im produzierenden Bereich schon länger möglich. Für höher qualifizierte Jobs kam der Boom allerdings erst richtig auf, nachdem der "Eiserne Vorhang" gefallen war und der Zugang zu hoch qualifiziertem Personal mit geringen Lohnforderungen vereinfacht wurde.

Dies war der unternehmerische Clou überhaupt, denn mit diesen Optionen in der Hinterhand war es auf einmal möglich, den Druck auf das teure Bestandspersonal zu erhöhen. Besser man hat einen Job mit sinkendem Reallohn als gar keinen! Unredlich nimmt sich die Begründung bzw. Entschuldigung der Firmenleitung gegenüber dem Bestandspersonal aus: "Die Konkurrenz zwingt uns dazu!". Sollte es wirklich so sein, dass HP als einer der Marktführer immer nur gezwungen wird?
Inzwischen hat sich der einmal ins Rollen gebrachte Schneeball zu einer kleinen Lawine entwickelt. Selbst die nahegelegenen Billiglohnländer sind "zu teuer" geworden. Die Karawane zieht ständig weiter und hat u.a. Indien und China ins Auge gefasst. Bei solchen Menschenmassen, die noch nicht das Lohnniveau der "westlichen Welt" erreicht haben, gibt es noch viel zu holen. Wo auch immer diese Entwicklung hinführen mag...

Zurück zu uns bei HP in Deutschland. Die Arbeitsbedingungen, unter denen derart unter Druck stehende Menschen zu arbeiten bereit sind, sind schon erstaunlich. Da werden Regelungen zu eigenen Ungunsten gebrochen, es wird geschluckt und geschluckt. Am Ende werden immer weniger Mitarbeiter für die verbleibenden, immer höher qualifizierten Jobs benötigt. Es wird weiter ins Ausland verlagert, und es kann jeden treffen, egal wie hoch qualifiziert er ist.

Wir Mitarbeiter haben das verfassungsmäßige Recht, uns in Vereinigungen zu organisieren. So können wir ein starkes Gegengewicht zur Macht eines großen Unternehmens wie HP bilden und unsere eigenen wirtschaftlichen Interessen besser vertreten. Diese Vereinigungen haben im Laufe der Zeit den Namen "Gewerkschaft" bekommen.

Wir haben uns deswegen in der IG Metall organisiert.

Macht mit!

(erstmalig im Infoblatt der Vertrauensleute Bad Homburg erschienen)

Letzte Änderung: 01.05.2015


Adresse:

IG Metall Vorstand | Wilhelm-Leuschner-Straße 79 | D-60329 Frankfurt
Telefon: +49 (69) 6693-2857 | | Web: www.hp.igm.de

Service-Links: